Geschichte des Whippet

 

Rüdiger Daub schreibt in seinem 1979 erschienen Buch "Windhunde der Welt":

"Der Whippet ist der schnellste Hund seiner Größe. Rein äußerlich stellt er die Kleinausgabe des Greyhounds dar, was sich jedoch bezüglich der Abstammung nicht so ohne weiteres behaupten lässt. Obwohl er in der Regel als die jüngste Windhundrasse bezeichnet wird, gibt es keinerlei Aufzeichnungen über seine Entstehung. Nach der geläufigsten Version seiner mutmaßlichen Rassegeschichte wurde er um 1835 im Norden Englands von Bergleuten und Fabrikarbeitern herausgezüchtet."

Gruppenbild mit WhippetSicher ist, daß der Whippet tatsächlich in den genannten Bevölkerungskreisen zum sonntäglichen Vergnügen des Kaninchenschnappens oder zum Rennen nach einem hinter der Ziellinie geschwenkten Tuch (Rag) verwendet wurde.

Hin und wieder tauchen an der dargestellten Version der Entstehung der Rasse Whippet Zweifel auf. Der Name "Whappet" soll schon Jahrhunderte zuvor in Gebrauch gewesen sein. Der Name, der vom englischen "whap" abgeleitet ist und soviel wie Kläffer bedeutet, kann wohl unmöglich auf einen Windhund passen.

Persönliche Gedanken zu Haltung und Sport

JagdsceneDer Whippet gehört zu den wenigen Windhundrassen, dessen Haltung man auch jenen Leuten empfehlen kann, deren beengte Platzverhältnisse und finanziellen Möglichkeiten keine größeren Rassen zulassen. Dies sind aber nicht alle Gründe, sich für einen Whippet zu entscheiden.
Der Hund ist unkompliziert in seinem Wesen, sehr pflegeleicht, anschmiegsam und als Freizeitsportler ein toller Begleiter. Auf Zucht und Sport bezogen, strebte und strebt man auch heute teilweise noch das Zuchtziel "Schönheit und Leistung" an.
So wie viele Bereiche unseres täglichen Lebens inzwischen hoch spezialisiert worden sind, geht dies auch an der Zucht des Whippets nicht spurlos vorüber.

 

Start bei einem Bahnrennen um 1927

Wer heute auf großen nationalen und internationalen Ausstellungen seine Hunde im Vorderfeld platziert sehen möchte, kommt nicht umhin, sich an international erfolgreichen Zuchten zu orientieren oder Hunde aus diesen Zwingern zu erwerben. Diese Tiere entsprechen in ihrer Gesamterscheinung weitestgehend dem gültigen Standard und bestimmen das Bild der Rasse. Diese typvollen englischen Whippets und deren Nachzuchten bezeichnet man auch als "Showdogs".


Dem gegenüber favorisieren andere Züchter den reinen Rennwhippet, der nur auf Leistung gezüchtet wird und leider teilweise mit standardgerechten Vertretern der Rasse oft nicht mehr viel gemein hat. Diese Tiere sind Whippets in vollem Lauf (um 1937)jedoch auf den internationalen Rennbahnen erfolgreich und finden damit ebenfalls ihre Liebhaber.

Zunehmender Beliebtheit erfreut sich das Coursing, ein dem natürlichen Hetztrieb des Windhundes und seiner vielseitigen Einsetzbarkeit im Gelände sehr viel besser entsprechendes Betätigungsfeld, als das sture Umrunden einer Rennbahn. Sofern die Distanzen nicht zu groß und die Häufigkeit der Läufe nicht übertrieben werden, ist diese sportliche Betätigung zur Herausbildung einer guten körperlichen Konstitution nur zu empfehlen, zumal diese Aktion dem Bewegungsdrang des Whippet entgegenkommt.

Desweitern sollte man dem Whippet in unserer heutigen zivilisierten Welt und dazu meist sehr hundefeindlichen Umgebung eine gewisse Erziehung zukommen lassen, d.h. mit dem alten Mythos brechen, der Whippet sei nur zum Hetzen geboren. Diese Einstellung ist heute, wo alle Welt von drastischen Maßnahmen gegenüber Hundebesitzern bis zum Hundeverbot spricht, für unser Hobby und für unsere Hunde von existenzieller Bedeutung.

 
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